Insolvenz als Erfolg?
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Jeder Mensch weiß und spürt es, dass es so nicht
weiter gehen kann. Frust, Ärger, provozierte Missverständnisse,
keine Lust mehr an der Aufgabe: Alles Negative wird bei
jedem Gespräch bestätigt. Was machen wir dagegen?
Nichts!
Alles läuft weiter wie bisher,
man ist beruhigt, dass man nicht allein ist und es
den anderen genauso geht. Eine billige Ausrede, aber,
keiner verlässt den widerlichen Weg! Wir sind
inzwischen zu kundenorientiert, trauen unserer eigenen
Kreativität nicht mehr, reden dem Kunden nach
der Nase, obwohl es offensichtlich ist, dass der
verlangte Weg falsch und garantiert fehlerhaft ist.
Dabei ist „der Kunde“ inzwischen abstrakt,
wird von Menschen vertreten, die in ihrer Persönlichkeit ähnlich
leiden, sich aber für das „Unwesen Einkauf“ so
falsch verhalten, wie sie es im privaten Bereich
niemals zulassen würden. Nicht die Leistung
steht mehr im Vordergrund, sondern nur noch das Feilschen.
Der Billigste soll einen Mercedes
liefern, kann aber nur Schrott. Der Handwerker soll
einen Vertrag unterschreiben, der die moderne Sklaverei
sanktioniert. Mit dem Beifall der Politik.
Mängel, die keine sind, werden
herbeigeredet, Zahlungen, die fällig sind, werden
mit eingebildeten Mängeln verschleppt. Unseriöse
Skonti sind ebenso gang und gäbe wie willkürliche
Kürzungen, Motto: Der kann ja klagen! Als Berater
fühlt man sich wie ein Kaugummi, der ausgelutscht
weggespuckt wird. Irgendwohin. Woran wird heute der
Erfolg gemessen: An den Insolvenzen beim Bauvorhaben?
Wer kann dies feiern?
Ich hasse „Geiz ist geil!“.
Ich möchte wieder mit dem Auftraggeber auf gleicher
Augenhöhe, nach guter Leistung, Champagner trinken,
feiern mit dem Trinkspruch: „Gut gemacht, bis
zum nächsten Mal!“