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Insolvenz als Erfolg?

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Jeder Mensch weiß und spürt es, dass es so nicht weiter gehen kann. Frust, Ärger, provozierte Missverständnisse, keine Lust mehr an der Aufgabe: Alles Negative wird bei jedem Gespräch bestätigt. Was machen wir dagegen? Nichts!

Alles läuft weiter wie bisher, man ist beruhigt, dass man nicht allein ist und es den anderen genauso geht. Eine billige Ausrede, aber, keiner verlässt den widerlichen Weg! Wir sind inzwischen zu kundenorientiert, trauen unserer eigenen Kreativität nicht mehr, reden dem Kunden nach der Nase, obwohl es offensichtlich ist, dass der verlangte Weg falsch und garantiert fehlerhaft ist. Dabei ist „der Kunde“ inzwischen abstrakt, wird von Menschen vertreten, die in ihrer Persönlichkeit ähnlich leiden, sich aber für das „Unwesen Einkauf“ so falsch verhalten, wie sie es im privaten Bereich niemals zulassen würden. Nicht die Leistung steht mehr im Vordergrund, sondern nur noch das Feilschen.

Der Billigste soll einen Mercedes liefern, kann aber nur Schrott. Der Handwerker soll einen Vertrag unterschreiben, der die moderne Sklaverei sanktioniert. Mit dem Beifall der Politik.

Mängel, die keine sind, werden herbeigeredet, Zahlungen, die fällig sind, werden mit eingebildeten Mängeln verschleppt. Unseriöse Skonti sind ebenso gang und gäbe wie willkürliche Kürzungen, Motto: Der kann ja klagen! Als Berater fühlt man sich wie ein Kaugummi, der ausgelutscht weggespuckt wird. Irgendwohin. Woran wird heute der Erfolg gemessen: An den Insolvenzen beim Bauvorhaben? Wer kann dies feiern?

Ich hasse „Geiz ist geil!“. Ich möchte wieder mit dem Auftraggeber auf gleicher Augenhöhe, nach guter Leistung, Champagner trinken, feiern mit dem Trinkspruch: „Gut gemacht, bis zum nächsten Mal!“

Gerd Pousen
 

Verkaufsleiter der Berger GmbH, Kamp-Lintfort

Der Verkaufsleiter der Berger GmbH kann ein langes Lied vom Zeitgeist singen, von den Mißtönen im Umgang miteinander, von der Feilscherei und den imaginären Reklamationen.

In jüngster Zeit erfährst er allerdings auch, dass die Sehnsucht nach Tradition, nach Vertrauen und Spaß an der Arbeit wieder wächst. Noch sehr behutsam, aber sichtbar. So kann, meint Gerd Pousen, aus dem Schnauze voll doch noch ein Stück Glück und Zufriedenheit werden. Er arbeitet hart an diesem Ziel.

 

...über
den Sinn von
Kaugummi!