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Das Ende der Welt: Die staatliche Ureinwohnersiedlung Papunya
im Zentrum Australiens. Verfallene Häuser, Häuser
für die Ureinwohner! Tat eines bürokratischen
Hirns. Dass die Menschen aus diesen Baracken schnellstens
ausgezogen sind und ihr Lager wieder unter freiem Himmel,
nach den uralten Traditionen, aufgeschlagen haben, war
klar. Dort zog ein Mann namens Max Marshal Tjampitjinpa
ein ca. zwei Quadratmeter großes Bild hervor, das
einen magischer Zauber ausstrahlte, ein Zauber, der einer
anderen Welt entstammte. Ich war sofort süchtig.
Es ist die Kunst, die im Einklang
mit den Menschen, der Natur und all ihrer Erscheinungen
dieses beruhigende Gefühl verleiht: In einer
Umgebung zu leben, die von starken Glauben inspiriert
ist. Es kann der Glaube an Gott und die Heiligen
sein, der Glauben an die Macht der Mythen, an die
Schönheit oder die Schrecken der Natur. Immer
jedoch ist es der transzendente, erhabene Kontakt
mit dem Ideal. Das ist der Geist, der in den Gemälden
der Ureinwohner im Zentrum Australiens heraufbeschworen
wird. Diese Werke sind keine anthropologische Kuriositäten.
Es handelt sich nicht um kulturelle Artefakte, auch
nicht um primitive Darstellungen simpler Folklore.
Die Künstler des Zentrums sind Mitglieder der
großen Schöpferfamilie, die zu allen Zeiten
Erleuchtung und Freude brachte. Sie leben in Einklang
mit den „Kreativen Kräften“, die
sich den meisten von uns , verwestlicht bis zur Dummheit,
entziehen.
Manchmal trifft man auf ein Gemälde,
das einen sehr tiefen, persönlichen Eindruck
hinterlässt, das Kommunikation bietet, das betroffen
macht. Man erwirbt es im fairen Dialog. Es ist nicht
bei dem einen Bild geblieben, Hunderte kamen hinzu,
jedes mit eigenem individuellen Anspruch.
Ich habe die letzten 20 Jahren damit
verbracht, ein Mittler zwischen den Kulturen zu sein.
Bin Zigtausend Kilometer gefahren, um Ausstellungen
zu performen; stundenlange Gespräche in der
Galerie, Pressetermine, Vorträge, Führungen
von Bild zu Bild. Doch jetzt ist Schluss, Schnauze
voll, Perlen vor die Säue!
Keine Lust mehr auf Besucher, die
mit langweiligen Urlaubserlebnissen gnadenlos foltern,
keine Lust mehr auf durchgeknallte Hausfrauen, die
einen Malkurs besucht haben „Kunstexperten“,
die nach sechswöchigem Aufenthalt in Australien
jetzt selbst „Aboriginal Art machen und auch
schon ein paar Bilder verkauft haben“.
Will ich alles nicht mehr, lasst
mich in Ruhe!