Doppelmoral – oder
die Geister die ich rief,
wie werde ich sie wieder los?
Im Sicherheitsgewerbe ist es zweifellos notwendig, ausschließlich
mit gut ausgebildeten Fachleuten und erstklassigen Materialien
zu arbeiten. Jeder Kunde, der Sicherheitsdienste in Anspruch
nimmt, erwartet 100%-ige Leistung und 1000%-igen Schutz,
will aber möglichst wenig dafür zahlen.
Die Haltung ist verständlich,
wenn denn bei der Diskussion über Kosten faire
Preise erzielt werden. Aber, viele Dienstleister
bestärken ihre Kunden in dem (falschen) Glauben,
dass für wenig Geld eine Top-Leistung geboten werden
kann.
Hinter dieser in alle Richtungen
schädlichen Haltung steht die blanke Existenzangst,
hat mit Qualität absolut nichts zu tun.
Unterstützt wird der Auftraggeber
von staatlicher Seite, von Verbänden und Gewerkschaften,
die selbst ihre eigenen Mitarbeiter für zu teuer
halten und eigene Stellen abbauen, sich aber finanzpolitisch
nach außen auf eine andere „soziale“ Seite
stellen. Hierbei wird gelogen, verschoben, umgeschrieben
und getrickst, um die Lohnkosten so niedrig wie möglich
zu halten, und dies wird dann noch als beispielhafter
Erfolg, gerade in unserer Branche, und als optimale
Sicherheit verkauft. Natürlich wird der Begriff „ 1000%-ige
Sicherheit“ ganz groß geschrieben!
Die Frage ist immer die gleiche:
Wie kann mit schlecht– oder gar nicht ausgebildetem
Personal und billigen Materialien größtmögliche
Sicherheit erreicht werden? Wie kann mit unterbezahlten
und somit unmotivierten Mitarbeitern größtmögliche
Sicherheit gewährleistet werden? Manager aus
Politik und Wirtschaft werden mit überhöhten
Gehältern motiviert, damit sie mit links fantasievolle
Ideen und Träume verwirklichen können.
Auch wenn es befremdlich klingt, ein guter Sicherheitsmitarbeiter
hat die Pflicht mit Verstand und Fantasie zu arbeiten,
damit er in völlig überraschenden Momenten
perfekt reagiert und eben nicht grübelt. Denn
dann ist es meistens zu spät. Hierfür steht
ihm ein angemessenes Gehalt zu, von dem er und seine
Familie leben können muss. Leider können
in der Realität selbst gute Fachmitarbeiter
nur durch Zweit- oder sogar Drittjobs ihren Unterhalt
verdienen.
Auf einen Nenner gebracht – Leben
und Leben lassen – für Qualitätsarbeit
auch gerechte.