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Verlust der Kommunikation

Verlust der Kommunikation Es macht mich regelmäßig wütend, wenn ich auf den verloren gegangenen Willen stoße, vernünftig miteinander umzugehen, weil die Kommunikation keinen offensichtlichen Nutzen mehr verspricht. Die einseitige Verweigerung des miteinander Kommunizierens ist mir immer in den Situationen bewusst geworden, in denen zunächst ein ausgeglichenes Machtverhältnis bestand und Kommunikation zeitweise die Befriedigung von beiderseitigen Bedürfnissen versprach (Warenaustausch, Leistungsaustausch, etc.). Dieser Austausch endete jedoch immer dann abrupt und ohne Begründung, wenn eine Seite für sich feststellte, dass sich ein weiterer Umgang miteinander nicht mehr „lohnt“, aus welchen Gründen auch immer. Alle verabredeten und bis dahin gelebten Verhaltensregeln werden sofort außer acht gelassen. Ich habe dieses Verstummen stets als Missachtung des Kommunikationspartners und als falsch verstandene Effizienz verstanden. Ich frage mich seit langem und immer öfter, wie sich Kommunikation in den nächsten Jahren entwickeln wird. Vermutlich wird sie noch rauer, wahrscheinlich sogar beleidigend werden. Nur wenn das vorgefertigte Bild vom angestrebten Ergebnis effizient erreichbar erscheint, wird man sich auf einen anderen Menschen einlassen, natürlich ohne Verantwortung zu übernehmen. Nur noch wenig Spielraum wird Unerwartetem, sich nicht an kurzfristigen Zielen orientiertem Denken eingeräumt. Der abhängige Mensch wird zur Ware mit täglichen Verfallsdatum.

Es scheint, dass der Verlust der individuellen Kultur, die immer mehr durch TV-Konsum ersetzt wird, gar nicht als Verlust empfunden wird, da die Lust zu konsumieren attraktiver erscheint. Mit der Verdummung ist der „Betroffene“ irgendwann nicht mehr in der Lage, diesen kulturellen Verlust als Makel zu empfinden, da die Befriedigung über den Spaßfaktor erfolgt und nicht über den Inhalt. Greift dieses Konsumverhalten auf ein Unternehmen über, darf sich niemand wundern, dass Menschlichkeit durch egoistischen Konsum ersetzt wird. Wohin das führt, hat garantiert jeder Leser dieser Zeilen schon an Haut und Haaren erfahren. Ob Sie, Konsumjunkie?, dies noch feststellen können, können nicht einmal mehr Sie entscheiden!

Claudia Eickschen
 

Diplom Kauffrau, Hamburg

Die Wirtschaftswissenschaftlerin Claudia Eickschen lebt in einem kulturellem Dilemma. Einerseits kämpft sie mit großem Engagement für alles, was sich unter dem Bergriff Kultur subsumieren lässt, andererseits erlebt sie im täglichen Geschäft, wie Kultur gerade in Unternehmen mit den Füßen getreten wird. Dabei kann sie plausibel erläutern, das gelebte Kultur für Mitarbeiter und Unternehmen gewinnbringend ist. Als Niederrheinerin in Hamburg verzweifelt sie natürlich nicht, sondern kämpft raffiniert weiter.

 

 

...über den
Verlust von Würde!