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Ziviler Ungehorsam als Lösung?


„ Die spinnen, die Römer“, wussten schon Asterix und Obelix zu resümieren, wenn sie von ihren dekadenten Besatzern malträtiert werden sollten.

Doch die Gallier wussten sich zu wehren. Miraculix musste ihnen einen Zaubertrank kochen, der ungeahnte Kräfte verlieh, um dann den römischen Wichtigtuern eine aufs Maul zu hauen. Ich plädiere dafür, dass der gallische Kraft-Sud rezeptfrei in deutschen Apotheken angeboten werden muss, damit wir mit der überbordenden deutschen Bürokratie ähnlich verfahren können. Parkinson lässt grüßen: 70% aller Gesetzte, die es weltweit gibt, finden auf deutschem Boden Anwendung. Und das, obwohl wir nur knapp 1% der Weltbevölkerung und nur 0,1% des Weltlebensraum bewohnen. Abertausende von unwichtigen Behörden behindern jedwede unternehmerische Aktivität, Bedenkenträger, Rechthaber und Paragrafenreiter legen sich wie klebriger Mehltau übers Land. Eigeninitiative wird rigoros abgewürgt. Bürokratie als Selbstzweck feiert fröhliche Urstände. Man fragt sich vierzehn Jahre nach der Wiedervereinigung, welche Bürokratie eigentlich gewonnen hat, die staatstragende oder die abwürgende.

Das Mittelmaß regiert auf jedem Stuhl, der irgendwo in einem Rathaus oder einer Behörde steht. Egal in welcher vermeintlichen Wichtigkeit. Früher, da war die Welt noch in Ordnung. Der Ur-Urgroßvater hat dem Herrscher den Zehnten Teil abgetreten. Dafür hat der Herrscher ihn in Ruhe gelassen. Heute drücken Unternehmen bis zu 65% an Dutzende von Herrschern ab, um von denen zusätzlich bei allen sich bietenden Gelegenheiten gewürgt zu werden.

So etwas endet glücklicherweise historisch betrachtet immer in der Revolution. Bis dahin ist allerdings die „Entdeckung des zivilen Ungehorsams“ eine dringend gebotene Vorstufe. Die einzig wahre Form, gegen die Phalanx der Paragrafenreiter anzugehen. Beamtenwitze haben zwar der Gesundheit durch herzhaftes Lachen gedient, aber heute sind die Witze Wirklichkeit geworden, und da kann einem das Lachen sehr schnell vergehen.

Dr. Joachim H. Bürger
 

geschäftsführender Gesellschafter der WBP Wirtschafts- und Gesellschaftskommunikation Bürger und Partner KG, Neukirchen-Vluyn


Der Marketingspezialist und die PR Koryphäe Joachim Bürger ist ein gnadenloser Geschichtenerzähler, ein so präziser Beobachter von Mensch und Zeitgeist, dass seine Geschichten alle erfunden klingen, aber, erstaunlicher Weise nur der Wahrheit entsprechen. Es ist die Wortgewalt, die in Erstaunen versetzt und ein wenig den Blick auf die Tatsachen verstellt, denn bei allem Elend muss der Zuhörer, ob er will oder nicht, herzhaft lachen, selbst dann, wenn nur von guten Förstern und bösen Förstern die Rede ist.

 

 

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die Pferde von
Paragrafenreitern